Das Außengelände des Heimatmuseum "Herzkammer" - ein neuer Standort der stationären Jugendverkehrsschule in Herne?

Die Stadt Herne hat ihre stationäre Jugendverkehrsschule an der Karlstraße im Stadtbezirk Wanne zu Beginn dieses Schuljahres endgültig aufgegeben. Zahlreiche Generationen von Schülern und Schülerinnen haben seit über 60 Jahren die vorbildliche Einrichtung der Stadt Wanne-Eickel an der Karlstraße besucht.

Vor einigen Jahren hat die Verkehrswacht Wanne-Eickel die Betreuung der JVS bis zur Schließung übernommen. Auf dem Gelände soll die Arbeiterwohlfahrt AWO ein neues Seniorenzentrum bauen. Zahlreiche positive Rückmeldungen an die Verkehrswacht Wanne-Eickel bestärkten den Vorstand in seiner Haltung, sich für einen neuen festen Standort einzusetzen, denn ein Besuch der JVS war bis zum Ende des Schuljahres 2017/2018 fester Bestandteil der Verkehrs- und Mobilitätserziehung aller Grundschulen im ehemaligen Stadtgebiet Wanne-Eickel. Im Schonraum eines verkleinerten Verkehrsraumes konnte richtiges Verhalten als Fußgänger oder Radfahrer im Straßenverkehr gefahrlos geübt werden. Damit ist jetzt vorläufig Schluss. Die Frage stellt sich: Wie lange?

Nachdem Mitarbeiter unserer Verkehrswacht Ende 2018 die Räume der Jugendverkehrsschule an der Karlstraße im Stadtbezirk Wanne ausgeräumt haben, wird in Politik und Verwaltung mehr oder weniger nach einem neuen Standort sondiert. Zunächst war ein Ersatz auf dem Sportplatz an der Franzstraße angedacht.

Horst Schröder, bekannt als Graf Hotte, und Frau Martina Nissalk, Schulleiterin der Grundschule Laurentiusschule hatten eine andere Idee, nämlich die Jugendverkehrsschule auf das Außengelände des Heimatmuseums zu verlagern.

Die politischen Gremien und Parteien, die Fachaufsicht der Grundschulen (Schulamtsdirektorin Andrea Christoph-Martini) und der Fachbereich Schule (Klaus Hartmann) wurden angeschrieben. Stadträtin Gudrun Thierhoff und Stadtrat Karlheinz Friedrichs wurden vom Vorstand der VW informiert.

Es sei beabsichtigt, so Hotte Schröder, die Loks, die z.Zt. noch auf dem Gelände stehen, abzutransportieren und an einem anderen Standort wieder aufzubauen. Der Platz hinter dem Museum „Herzkammer“ eigne sich, weil unter dem liegenden Schotter wohl eine Asphaltdecke und eine Kanalisation vorhanden sei.

Es gibt einige Vorteile im Vergleich zum Sportplatz an der Franzstraße:
• Die ruhige Lage im Stadtteil.
• Ein Parkstreifen zum sicheren Ausstieg von Kindern aus Bussen direkt vor dem Museumsgelände.
• Ein großes, beschattetes Gelände, was den Unterricht auch an heißen Sommertagen durchführbar erscheinen lässt.
• Ausreichend Sitzplätze sollten nach Absprache vorhanden sein.
• Die zum Heimatmuseum gehörenden Toiletten sind neuwertig saniert.
• Im Museum gibt es einen Mehrzweckraum für Schülergruppen, falls die Museumsleitung einer Kooperation zustimmen würde.
• Ein Hausmeister des GmH wäre täglich vor Ort.
• Die Anlage könnte auch durch die drei KiTas im Familienzentrum Wanne-Nord genutzt werden, falls von ihnen gewünscht.
• Es gäbe Synergieeffekte, da anreisende Klassen mit ihren Lehrkräften auch gleichzeitig das Heimatmuseum und nun auch den neuen Standort des historischen Klassenzimmers besser zur Kenntnis nehmen könnten, indem Sie die „Herzkammer“ besuchen
• Der Stadtteil erfährt eine Aufwertung.

Erste Überlegungen, Besichtigungen und Planungen sind in den politischen Gremien und unterschiedlichen Fachbereichen der Stadt angelaufen. Wir hoffen für die Schulung und Bildung unserer Herner Kinder in Sachen Verkehrs- und Mobilitätserziehung, dass die sich die Verwaltungs- und politischen Entscheidungen in naher Zukunft möglich sind.

Mit beherzten, sachlichen Planungen und Entscheidungen können sicherlich Mittel und Wege gefunden werden, unsere Kinder für die Zukunft zu stärken, damit sie vorausschauend Gefahren im Straßenverkehr erkennen und sich entsprechend verhalten.
Beide Fotos: Björn Koch
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Die Jugendverkehrsschule - ein kurzer Rückblick

Zahlreiche Generationen von Schülern und Schülerinnen haben seit über 60 Jahren die vorbildliche Einrichtung der ehemaligen Stadt Wanne-Eickel an der Karlstraße besucht.

Die Schüler wurden dort vor Ort von einem festen Mitarbeiter der Stadt Herne in Theorie und Praxis in Sachen Verkehrserziehung unterrichtet und angeleitet. Nachdem die feste Stelle mit dem Ausscheiden dieses Mitarbeiters in den Ruhestand gestrichen wurde schien es auf eine Schließung hinauszulaufen. Zunächst fand sich ein privater Betreiber, der allerdings durch seine nachmittägliche Nutzung mittels Go-Carts mit Benzinmotoren Lärmbelästigung der Nachbarn verursachte. Nach kurzer Zeit gab er auf.

Die Stadtverwaltung schlug vor, ABM-Kräfte einzusetzen. Ein neues Konzept wurde erarbeitet. Die Lehrer/Lehrerinnen, die mit ihren Klassen die Einrichtungen besuchten, unterrichten von nun an die Kinder in der JVS jetzt selbst. So konnte man an der Einrichtung festhalten, wie die betroffenen Grundschulen und der pädagogische Fachberater für Verkehrserziehung empfohlen hatten. Nach zwei, drei Jahren stellte sich heraus, dass diese Notlösung mit oft wechselnden ABM-Kräften, die nur für die Öffnung der JVS und die Reparatur der eingesetzten Fahrräder etc. zuständig waren, nicht aufrechterhalten werden konnte. Für die Schulen war diese Regelung einfach nicht verlässlich genug.

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Wir trauern um Werner Kleiber

Am Sonntag (30.12.2018) verstarb unser ehemaliger Geschäftsführer Herr Werner Kleiber im Altern von 84 Jahren.
Werner Kleiber hat über 30 Jahre ausgezeichnete Arbeit als Geschäftsführer geleistet. Eine sachliche und harmonische Zusammenarbeit mit Vorstand und Mitgliedern war immer wichtig. Die Förderung der schulischen Verkehrserziehung und die Arbeit mit Senioren im Straßenverkehr lagen ihm besonders am Herzen.

Auf der Jahreshauptversammlung am 17. April 2012 gab er gemeinsam mit dem damaligen Vorstand sein Amt als Geschäftsführer der Verkehrswacht Wanne-Eickel e.V. ab. „Damit machen wir Platz für Jüngere”, sagte Bernd Westemeyer damals. Als Studiendirektor am Berufskolleg brachte Werner Kleiber beste Kenntnisse aus dem Bereich der Buchführung in die Aufgabe einer Geschäftsführung ein.
Zu der Versammlung am 17.04.2012 waren auch Herr Nipper und Herr Hardt gekommen, damals Geschäftsführer und Präsident der Landesverkehrswacht, um dem langjährigen Vorstand der Verkehrswacht Wanne-Eickel ihren Dank auszusprechen. Herr Hardt ehrte Werner Kleiber durch die Überreichung der silbernen Ehrennadel der Landesverkehrswacht.
In der Traueranzeige der Familie Kleiber lesen wir: „Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln derjenigen, die an ihn denken.“
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Wir wünschen allen Hernern ein frohes neus Jahr und alles Gute für 2019!

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„Selbstständig und sicher zur Schule“ - eine Aktion am Jürgenshof

Alle Fotos von Stefan Kuhn
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Am Freitag (30.11.2018) fand unter Beteiligung der Verkehrswacht ein Aktionstag „Selbstständig und sicher zur Schule“ an der Grundschule Jürgenshof in Herne-Sodingen statt. Morgens 7:15 Uhr trafen sich Vertreter des Rates, der Stadt, des kommunalen Ordnungsdienstes, der Polizei unddes Kinder- und Jugendparlamentes vor der Grundschule am Jürgens Hof. Alle Beteiligten, in gelbe Warnwesten gekleidet, sollten alle Eltern und Kinder, nicht nur dieser Schule, für die Verkehrs- und Sicherheitsproblematik durch das hohe Elterntaxi-Aufkommen sensibilisieren und für selbständige Mobilität der Kinder werben.
Lob gibt es an diesem Morgen für die Eltern, die ihre Kinder zu Fuß zur Schule begleiteten.

Da es für jedes Elterntaxi fast üblich ist, Kinder direkt bis vor das Schultor zu fahren, kommt es immer häufiger zu gefährlichen Situationen auf der ohnehin schon engen Straße. Kinder sollen aber „Sicher und selbstständig zur Schule“ kommen. Stadtdezernentin Gudrun Thierhoff weist angehaltene Autofahrer darauf hin, dass hier jeden Morgen ein Verkehrschaos entsteht, dass „taxifahrende“ Eltern zu verantworten haben. Fehlverhalten wird angesprochen. Es wird mündlich verwarnt.

Sehr wichtig, Eltern und Schüler werden mit Handzetteln und Mobilitätsfibeln aufgeklärt. Der Handzettel weist zum einen auf die Verkehrssituation und Gefährdung der Kinder hin und enthält Argumente für eine selbständige Mobilität der Kinder auf dem Weg zur Schule. Eine Lösung wäre eine Hol- und Bringezone in einiger Entfernung z.B. auf einem Parkplatz. Dann könnten die Kinder das letzte Stück selbstständig zu Schule laufen.
Wenn sich die Situation in Zukunft nicht ändert, haben KOD (Kommunaler Ordnungsdienst) und Polizei über mündliche Verwarnungen hinaus Bußgelder in Aussicht gestellt.

Gute Sichtbarkeit spielte morgens mit den gelben Westen eine Rolle. Das Thema gute Sichtbarkeit auf dem Schulweg wird anschließend im Unterricht fortgeführt, z.B. durch Basteln mit Reflektorfolie oder mit dem Anleuchten eines Blinkis im dunklen Klassenraum mittels einer Taschenlampe und einem Unterrichtsgespräch.
Nach dem Aktionstag werden Lehrkräfte Schuljahres eine Umfrage zum Mobilitätsverhalten durchführen und erfragen, wie Kinder überwiegend zur Schule kommen, ob mit dem Auto, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus). Die Auswertung soll in das gesamtstädtische Mobilitätskonzept einfließen.

Die Aktion soll nicht einmalig bleiben. Es ist mittlerweile ein gesamt-städtisches Ziel, den Straßenverkehr vor den Schulen einzudämmen und mit unterschiedlichsten pädagogischen Aktionen zu begleiten.
Dieses Ziel hat die Verkehrswacht Wanne-Eickel seit Jahren und Jahrzehnten verfolgt. Mit ihren Schulanfangsaktionen zum „Sicheren Schulanfang“ wird das Ziel in jedem Jahr erneut angesteuert. Verpufft aber schnell im Verkehrsalltag aller Beteiligten. Eine solch konzertierte Aktion kann nur Erfolg versprechender sein. Nicht zu vergessen sind die positiven Auswirkungen auf das Klimabündnis, wenn auf das Elterntaxi verzichtet wird.
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