Elektrokleinstfahrzeuge im Straßenverkehr

Das Thema Elektrokleinstfahrzeuge wurde und wird auch von den Medien und der Politik in Herne aufgegriffen. Die Landesverkehrswacht hat sich mit diesem Thema in der Vorstands- und Beiratssitzung am 19.03.2019 befasst. Aus Sicht der Verkehrssicherheit hat die Landesverkehrswacht eine Stellungnahme zum Verordnungsentwurf verfasst und an den Minister für Verkehr des Landes NRW Herrn Hendrik Wüst gesandt.

Elektrokleinstfahrzeugeverordnung

Sehr geehrter Herr Minister,

Elektrokleinstfahrzeuge (eKF) können die urbane Mobilität ergänzen, bedürfen jedoch aus Sicht der Verkehrssicherheit unbedingt einiger Regelungen, damit die schon heute bei Fußgängern und Radfahrern zunehmenden Unfallzahlen nicht zusätzlich steigen.

Entgegen dem ersten Entwurf der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge (eKFV) hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in der derzeitigen Fassung die Nutzung von Elektrorollern mit bis zu 12 km/h bereits für Kinder ab 12 Jahren auf dem Gehweg und von Elektrorollern mit bis zu 20 km/h ab einem Alter von 14 Jahren auf der Straße vorgesehen.

Nicht ohne Grund dürfen nach der gegenwärtigen Rechtslage Jugendliche ein Mofa mit 25 km/herst ab 15 Jahren mit einem Führerschein und Helmpflicht auf der Straße fahren, da sie generell erst ab diesem Alter die Teilnahme am Verkehrsgeschehen beherrschen können. Dies können jedoch Kinder ab 14 Jahren mit einem eKF bis zu 20 km/h auf der Straße noch nicht. Ebenso wenig können dies Kinder ab 12 Jahren mit einem eKF auf dem für sie vorgesehenen Gehweg, weil sie sich diesen knappen Verkehrsraum mit zu Fuß Gehenden, spielenden Kleinkindern, Gehbehinderten, Rollator Fahrenden und Kinderwagennutzern teilen müssen. Diese bewegen sich im Durchschnitt mit 3-4 km/h, während Elektroroller 3-4 mal so schnell sind.

Des Weiteren ist auf Grund des durchschnittlichen baulichen Zustandes der Radwege davon auszugehen, dass eKF-Fahrende auf Gehwege oder Fahrstraßen ausweichen, was im Interesse der Verkehrssicherheit ebenfalls verboten werden muss.

Alle eKF ohne Haltestange bergen bei einer Nutzung auf öffentlichen Gehwegen aufgrund ihrer reduzierten Kontrollfähigkeit und Bremswege größere Unfallrisiken in sich. Unabhängig vom Alter der sie nutzenden Personen sind sie als Spielgeräte einzustufen und sollten zum Selbstschutz der Nutzer (Alleinunfälle) und anderer Verkehrsteilnehmer im öffentlichen Straßenverkehr bei dem derzeitigen Ausbauzustand der Infrastruktur nicht zugelassen werden.

Sollte der Referentenentwurf in der vorliegenden Form verabschiedet werden, befürchtet die Lan-desverkehrswacht Nordrhein-Westfalen einen deutlichen Anstieg von Unfällen mit Personenschäden bei ungeschützten Verkehrsteilnehmern.
Sehr geehrter Herr Wüst, wir bitten Sie daher, sich für eine Überarbeitung der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne der Verkehrssicherheit einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann (Präsident)

Burkhard Nipper (Geschäftsführender Direktor)

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Landesverkehrswacht für Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands hat die Landesverkehrswacht NRW um Unterstützung hinsichtlich einer Petition zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen gebeten. In der Petition wird der Deutsche Bundestag dazu auffordert, ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf Bundesautobahnen zu beschließen.
Bei der Vorstands- und Beiratssitzung Landesverkehrswacht NRW am 19.03.2019 stand das Thema Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen auf ebenfalls der Tagesordnung. Nach einer kontroversen, sachlich geführten Diskussion haben sich die Gremien darauf geeinigt, dass sich die Landesverkehrswacht grundsätzlich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung ausspricht, um einen Abbau der hohen Differenzgeschwindigkeiten auf Autobahnen zu erreichen.
Die Verkehrswacht Wanne-Eickel e.V. wird sich auf der kommenden Jahreshauptversammlung am 30. April 2019 um 18 Uhr im Wanner Hof mit dem Thema befassen.n Wir werden unsere Meinung dazu veröffentlichen.

“Zur Petition Tempolimit”

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"Ablenkung im Straßenverkehr"

Ein Filmbeitrag des DVR “Das Gesetz der Straße” – mit Ralph Caspers

1. Ablenkung im Straßenverkehr

Weitere Folgen demnächt. __________________________________________________________________

Mehr verunglückte Zweiradfahrer in NRW

Innenminister Herbert Reul hat die Verkehrsunfallstatistik für 2018 vorgestellt. Mit 490 Verkehrstoten sind wieder mehr Menschen auf den Straßen von NRW gestorben. Auch die Verletztenzahl stieg an. Besonders deutliche Zuwächse gab es bei Rad-, Pedelec- und Mopedfahrern.


Weitere Infos unter

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Vorbei mit einer stationären Jugendverkehrsschule?

Am 10.12.2018 haben Mitglieder unserer Verkehrswacht und Mitarbeiter der Entsorgung Herne die Räume der Jugendverkehrsschule an der Karlstraße im Stadtbezirk Wanne ausgeräumt. Die Stadt Herne hat diesen Standort der stationären Jugendverkehrsschule aufgegeben. Ein neuer Standort ist bisher nicht bekannt. Die Arbeiterwohlfahrt wird auf dem Gelände der JVS an der Karlstraße ein neues Seniorenzentrum bauen.
Unsere Mitarbeiter haben in den letzten Jahren die JVS hervorragend betreut, indem sie einen Belegungsplan erstellten, den Grundschulen die Räume öffneten, das Außengelände mit den Verkehrsanlagen stets im Blick hatten, immer betriebsbereite, verkehrssichere Fahrräder und Helme für den Unterricht vor Ort bereitstellten, sowie Kindern und Lehrpersonal bei Bedarf Hilfestellung leisteten.
Die ausgeräumten Fahrräder und Materialien für Unterricht, Wartung und Reparatur werden derzeit an der Hans-Tillkowski in Eickel zwischengelagert. Wie lange? Das weiß niemand!
Generationen von Schülern und Schülerinnen haben seit über 60 Jahren die Einrichtung an der Karlstraße besucht. Sie wurden dort in Sachen Verkehrs- und Mobilitätserziehung unterrichtet und konnten im Schonraum eines verkleinerten Verkehrsraumes das richtige Verhalten für den Straßenverkehr in Theorie und Praxis gefahrlos üben.
In der Presse wird aktuell von allen Seiten immer wieder bedauert, unsere Schüler seien motorisch im Straßenverkehr z.B. beim Radfahren nicht sicher genug. Schule und Elternhaus würden Kinder nicht genügend auf die Gefahren im Verkehr vorbereiten. Außerdem befördern mehr und mehr Eltern ihre Kinder im Elterntaxi zur Schule. Sie befürchten, ihre Kinder seien den Gefahren nicht gewachsen, um den Schulweg allein gefahrlos bewältigen zu können. Außerdem passe das Bringen der Schulkinder bis vor die Klassenraumtüre besser in ihren Berufsalltag.
Ein besseres Training als in einem Schutzraum mit verkleinerter Verkehrswirklichkeit einer stationären Jugendverkehrsschule gibt es nach Feststellung der unterrichtenden Grundschulpädagogen und der Verkehrswacht nicht.
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Ein Foto zeigt einen letzten Blick durch die Tür auf das Gelände der alten Anlage. Es soll die Frage verdeutlichen, gibt es eine vorgegebene Richtung für einen Ersatz oder drehen sich Verwaltung und Politik bei Ihrer Entscheidung im Kreis?
In den neuen Bundesländern wurden in den vergangenen Jahren neue stationäre Anlagen gebaut. In Herne wurde gerade eine Anlage geschlossen. Eine mobile Jugendverkehrsschule bietet lange keinen gleichwertigen Ersatz. Außerdem wird eine mobile JVS von Kindern und Lehrern der Grundschulen, , die eine stationäre Einrichtung mit ihren Vorteilen kennengelernt haben, nicht gewünscht.
Es gibt neue Überlegungen und Vorschläge für einen neuen Standort z.B. am Sportplatz an der Franzstraße oder am Heimatmuseum in Unser Fritz. Wie lange wird man unsere Grundschulkinder ohne JVS lassen? Gibt es eine Übergangslösung?
Die Mühlen in der Verwaltung mahlen oft langsam. Wir wünschen uns, dass für die Grundschulen in Herne in naher Zukunft eine neue stationäre Jugendverkehrs-schule geschaffen wird. Eines der Ziele der Verkehrswacht und der Stadt Herne ist, Kinder sollen sich selbständig zu Fuß oder mit dem Rad auf ihren Schulweg begeben. In einer stationären Jugendverkehrsschule können sie das gefahrlos üben, sich verkehrsgerechtes Verhalten antrainieren, können lernen Gefahren vorherzusehen oder abzuschätzen.
Eine stationäre Jugendverkehrsschule ist ein wichtiger Baustein der Verkehrs-, Mobilitäts- und Gesundheitserziehung unserer Grundschulkinder.
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JVS 3

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JVS4

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Aktion "Blinki" - Erstklässler der Südschule kuscheln mit Maskottchen Rosi von Fielmann

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